Ein beispielhaftes Netzwerk von Hilfsorganisationen mit Hilfen und Unterstützung für unschuldig Geschädigte von Straftaten beweist täglich seine Fähigkeiten im hiesigen Landkreis. Dazu gehört auch der ständige Austausch untereinander.
Hermann Gammer, Außenstellenleiter des WEISSEN RINGS im Landkreis Cham, besuchte wieder einmal die Polizeiinspektion Furth im Wald. Begleitet haben ihn dieses Mal zwei Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstelle für von häuslicher Gewalt und / oder sexueller Gewalt betroffene Frauen und Kinder. In Abstimmung mit dem Bayerischen Sozialministerium gelang es vor drei Jahren in einer gemeinsamen Konzeption von Landkreis Cham und Diakonie Cham-Regen, eine geeignete Schutzwohnung mit sozialpädagogischer Betreuung einzurichten, initiiert auch vom WEISSEN RING Cham wegen fehlender Frauenhäuser in zumutbarer Entfernung.
Interimsleiter der Polizeiinspektion Furth im Wald, Erster Polizeihauptkommissar Josef Weindl begrüßte die Gäste. Den Polizeibeamtinnen und -beamten wurde das Konzept der ambulanten Fachberatungsstelle sowie der Einrichtung einer Schutzwohnung vorgestellt. Wichtig ist dabei, dass die Beratungsstelle selbst oder auch die große Anzahl der Netzwerkpartner für die betroffenen Frauen und Kinder ständig zur Verfügung stehen. Beim Netzwerkpartner WEISSER RING, Außenstelle Cham, fest verankert ist auch die Kooperationsvereinbarung mit dem Polizeipräsidium Oberpfalz mit dem proaktiven Beratungsansatz und dessen Hilfsmöglichkeiten.
Die Kolleginnen und Kollegen an der Polizeibasis haben dabei eine Schlüsselfunktion, um Geschädigten von Straftaten in Notlagen Hilfeleistungen zukommen zu lassen. Wichtig ist dabei aber auch, dass die Hilfsangebote von den Betroffenen angenommen werden. Jede Beratung und jede Hilfe geschieht außerhalb der Akten und unterliegt zwischen den Betroffenen und den Helfern der absoluten Verschwiegenheit.
Während sich die Politik jahrelang um das Zustandekommen eines Gewalthilfegesetzes stritt, das eine bessere Infrastruktur für die Hilfe gewaltbetroffener Frauen bringen soll, ist das Netzwerk im Landkreis schon seit langer Zeit gut aufgestellt. Jeder im Netzwerk „Häusliche, sexualisierte Gewalt oder Geschädigte anderer Straftaten“ kann durch eine von einer Straftat in Not geratene Person kontaktiert werden. Die Netzwerkpartner können wiederum Verbindungen zu vielen anderen Helferinnen und Helfern herstellen, damit niemand in einer der schwierigsten persönlichen Situationen alleine gelassen wird.
Autor: Klaus Kozuch